Fragen ohne Antworten
Oft bleibt ungeklärt, warum ein Kind gestorben ist. Auch wenn wir eine Diagnose bekommen, fragen sich viele Betroffene: «Warum»? Warum ist mein Kind gestorben? Warum haben wir es nicht bemerkt oder warum konnten wir dem Kind nicht helfen? Wir fragen uns, warum Kinder sterben müssen. Wir fragen uns, ob wir etwas an der Situation hätten ändern können.
Wir suchen nach Gründen, wollen Antworten auf unsere Fragen. Menschen versuchen zu begreifen, zu verstehen, um zu lernen und zu akzeptieren. Dies ist unsere Natur. Wir möchten herausfinden, wie wir das Schlimme hätten umgehen können. Doch beim Tod können wir das nicht. Der Tod ist eines der wenigen sicheren Dinge, die jedes Leben mit sich bringt.
Es gibt Phasen, da kommen die unbeantworteten Fragen wieder häufiger in den Vordergrund. Und wir wälzen uns wieder durch und suchen jenen Punkt, wo die Antwort verborgen sein sollte. Dann tut es gut, sich mit Gleichgesinnten, mit Verbündeten auszutauschen. Zu spüren, dass man nicht alleine ist, mit dem Suchen. Vielleicht kann man die Frage bewusst eine Weile «versorgen». Oder man kann sie dem verstorbenen Kind stellen. Und hoffen, irgendwann eine Antwort zu bekommen.
Wir können keine Lösung liefern, wie Sie für Ihre Fragen zu Antworten kommen. Doch wir haben einige Ideen, wie Sie vielleicht gewisse Fragen auch ohne Antworten akzeptieren können.
Was uns helfen kann:
Ein Nachgespräch mit den helfenden Händen (Hebammen, Ärztin, Arzt usw.) kann Unverstandenes verständlich machen, Fragen klären oder einem die Ruhe geben, dass alles Menschenmögliche gemacht wurde für das eigene Kind.
Alle Dokumente des Spitals, der Hebamme, der Rechtsmedizin zu bekommen und weitere Gespräche mit Fachpersonen können helfen zu akzeptieren. Es lohnt sich die Dokumente nicht alleine durchzulesen! Die Fachsprache und die trockene Dokumentation können negative Emotionen und Missverständnisse auslösen. Holen Sie sich Hilfe bei TrauerbegleiterInnen, Ihrer Vertrauensärztin, dem Vertrauensarzt oder bei der Hebamme.
Es kann hilfreich sein, die Frage nach dem «Warum ist mein Kind gestorben?» zur Frage «Wozu ist mein Kind vorbei gekommen?» zu wandeln und darin Antworten zu suchen. Vielleicht gibt es etwas, was Ihr Kind an Gutem ausgelöst hat? Vielleicht hat es eine positive Veränderung gebracht. Meist kann diese Frage erst mit einer gewissen Distanz richtig angenommen und verstanden werden. Tragen Sie die Frage so mit. Vielleicht finden Sie plötzlich eine Antwort.
Austausch mit SeelsorgerInnen suchen. Egal ob ein religiöser Hintergrund vorhanden ist oder nicht! (Siehe auch Spiritualität & Religion: SeelsorgerInnen können auch ohne Bezug zur Religion über Ihre Fragen und die Trauer sprechen!)